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Königlich-bayerische Genüsse (Artikel im Münchner Merkur)

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Vielen herzlichen Dank an den Münchner Merkur.de und seine sympathische Redakteurin Stephanie Ebner und den Mann mit dem scharfen Auge, Fotograf Oliver Bodmer für einen tollen Vormittag. 
Für die regelmäßige Rubrik "Mein Küchengeheimnis" im Merkur durften wir die beiden auf eine kleine bayerische Genusstour mitnehmen. Natürlich gab es ein paar geschichtliche Fakten (wir können einfach nicht anders), vor allem gab es aber unsere ganz eigenen kulinarischen Schmankerl zum Essen und Trinken! 
Welche Küchengeheimnisse wir ihnen verraten haben, könnt ihr hier nachlesen (PDF), nachsehen und nachkochen. 
Der Beitrag erschien in der Ausgabe des Münchner Merkur vom Freitag, 12. Juni 2020.

Die Heilige Munditia in St. Peter

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Im Heiligen Jahr 1675 wurden in Rom dem Münchner Ratsherrn und Kaufmann Franz Benedikt Höger die Gebeine einer Munditia aus den Cyriaca-Katakomben als Geschenk für die Peterskirche übergeben. Die Reliquien der römischen Katakombenheiligen wurden in München kunstvoll gefasst und im erhaltenen Schrein am 5. September 1677 mit barocker Festlichkeit nach St. Peter übertragen.
Eine aufgeklärte Regierung 1804 verlangte, dass die heilige Munditia endlich durch einen Holzschrein verdeckt werde. „Aberglaube“ wurde nicht mehr geduldet! Seit 1883 nach Renovierung der Kurche wieder öffentlich einsehbar.
Am 17. November ist Munditiafest. Inschrift auf Marmorstein unter KopfDDM MUNDICIE PROTOGENIE BENEMERENTI QUAE VIXIT ANNOS LX – QUAE IBIT IN PACE XV KAL D
ZUM FROMMEN GEDENKEN AN MUNDITIA PROTOGENIA DIE WOHLVERDIENTE: SIE LEBTE 60 JAHRE UND GING EIN IN DEN FRIEDEN AM 15. TAG VOR DEN KALENDEN DES DEZEMBERS (17. NOVEMBER) – APC Schwierigkeiten bei Übersetzung "APC"Entweder ASCIA PLEXA CAPITA al…

Für Gscheithaferl: der "Alte Hof"

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So wie in dieser dreidimensionalen Rekonstruktion gezeigt sah der "Alte Hof" ursprünglich aus. Der Alte Hof war die erste Residenz der Wittelsbacher in München. Schon im 12. Jh. war an derselben Stelle eine kleine Burganlage, die immer weiter ausgebaut wurde. 
Übrigens: in der Lorenzkapelle (rechts im Bild, heute ist da die Arztpraxis vom Wunderdoc) waren die sogenannten "Reichskleinodien" – kaiserliche Insignien wie Kaiserkrone, Schwert und Reichsapfel – untergebracht, Tag und Nacht bewacht von Mönchen. Wann? Um 1328. Als unser Ludwig der Bayer auch Kaiser des Heiligen Römischen Reiches war.

Der Bayer und seine Schweinshaxen

An einem normalen Tag produziert das Hofbräuhaus München in drei Küchen an die 10.000-12.000 Essen für die Gäste aus aller Welt. Ungefähr ein Viertel(!) davon sind – Schweinshaxen. Aber ist das wirklich so, dass der Bayer am liebsten resche Haxerl von der Sau schnabuliert? Oder ist das eher ein kulinarisches Klischee? Hinterlasst eure Meinung in den Kommentaren. Wir sind neugierig!

Ludwig & Lola – Unsere Namensgeber

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In Bezug auf historische Personen in München und Bayern wird jeder von uns früher oder später an Ludwig denken. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich dabei aber nicht um den gleichen Ludwig, schließlich war dieser Name bei den bayerischen Herrschern über Jahrhunderte hinweg beliebt. Vom frühen Ludwig, Erbauer der ersten Residenz der Wittelsbacher, über dessen Sohn, seinerzeit Kaiser im Heiligen Römischen Reich bis zu König Ludwig I, der Münchens kulturelle, architektonische und wissenschaftliche Zukunft prägte, oder seinem Enkel, dem Märchenkönig Ludwig II: Über jeden von ihnen können wir euch unvergessliche Geschichten erzählen!
Unsere Namensgeberin hatten wir dann schnell gefunden: Lola, geborene Elizabeth Rosanna Gilbert aus Irland, die ihre Identität wechselte und als spanische Tänzerin Lola Montez dem bayerischen König Ludwig I den Kopf verdrehte. Um die Liebesgeschichte dieses ungleichen Paares ranken sich viele Legenden, die unerwünschte Liaison entwickelte sich zu einem…

Eine Führung rund ums Neue Rathaus in München

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Das Neue Rathaus – eine Führung mit Ludwig & Lola
Das Neue Rathaus im Überblick Aufgrund Raumnot im Alten Rathaus und Kleinen Rathaus am Petersbergl und enormen Bevölkerungswachstum wird ein Neubau beschlossen. Nach Ablehnung von Zenettis Entwurf im Renaissance-Stil im Spätsommer 1865, Architektur-Wettbewerb auf Initiative von Ferdinand von Miller. 29 Architekten aus deutschsprachigem Raum und Paris beteiligen sich. Jury kann sich allerdings nur auf zweiten und dritten Preis einigen. Daraufhin Einrichtung einer Kommission, die fünf weitere Pläne ankaufen soll. Darunter auch der des jungen Wiener Studenten Georg Hauberrisser. Wieder unbefriedigt soll Zenetti aus den Plänen einen Entwurf kreieren. Während Zerwürfnissen in der Kommission über Stilfrage, bringt sich der hartnäckige Hauberrisser wieder ins Spiel und wird dabei von Miller, der sich einen „deutschen“ – gotischen – Entwurf wünscht, unterstützt. Nach mehreren Ablehnungen und Modifizierung seiner neogotischen Formen kann er a…

Die Hammerthaler Muttergottes in der Heilig-Geist-Kirche

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Ursula Hammerthaler, die Ehefrau des Münchner Wirts Hammerthaler, entdeckt 1620 bei einem Besuch im Kloster Tegernsee eine Madonnenfigur, von der sie sich auf wundersame Weise angezogen fühlt. Sie schafft es (durch eindringliches Bitten), dass der Abt des Klosters die aus dem 15. Jhr. stammende Schnitzerei nach München überführen lässt. Ab dem Zeitpunkt, als die Wirtin die Muttergottes in der Hauskapelle des „Hammerthaler Hofs“ (heute Böhmler im Tal) auftstellt, geschehen Wunder.
Ihre langjährigen Gelenkschmerzen sind verschwunden. Das Wunder spricht sich herum (oder die Hammerthalerin spricht es herum) und bald wollen alle die Muttergottes sehen.
Die Figur kommt in die Augustinerkirche, die in Kürze wegen des Andrangs einen neuen Fußboden benötigt. Und die Wunder hören nicht auf. Agatha Huberin kann nach einer Messe zu Ehren des Gnadenbildes wieder ohne Krücken und Schmerzen gehen, Jacob Zahler droht in einem Flußstrudel zu ersaufen, aber unter Wasser erscheint ihm die Madonna. Aber es…

Für Gscheithaferl: die "Neuveste" – Ursprung der Münchner Residenz

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Zugegeben, eventuell ist unsere Retusche nicht ganz exakt, aber sie zeigt doch recht genau, wo und was der eigentliche Ursprung unserer Residenz war: nämlich eine Wasserburg (sic!). Die NeuvesteAn der nordöstlichen Ecke der heutigen Residenz, im sogenannten Apothekenhof, stand die „Neuveste“, also die „Neue Festung“. In aller Kürze: Die Wittelsbacher sind nicht immer so beliebt wie William und Kate heutzutage, es gibt regelmäßig Bürgeraufstände. Nach einem ganz schlimmen im Jahr 1385, dem „Impleraufstand“, bei dem der Ratsherr Impler von den Münchnern gelyncht wird, verlieren die Wittelsbacher kurzzeitig die Herrschaft über die Stadt. Nach Kämpfen unterliegen die Bürger und müssen den Wittelsbachern 'erlauben' (und dafür auch zahlen), eine neue Burg außerhalb der eigentlichen Stadt zu bauen. Außerhalb? Die Herrscher fürchten sich nämlich mittlerweile in ihrer Altveste (dem heutigen Alten Hof). 
Von der Wasserburg zur ResidenzÜber die Jahrhunderte baut dann jeder …

Neue kulinarische Stadtführung im Programm: "Unsere Allerbeste"

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Das ist sie! Unsere neue Tour! Wir haben gebastelt, getüftelt, gemixt und gefeilt. Wir haben uns mitden Münchner Wirten, den Standlleuten am Viktualienmarkt und den Händlern in der Münchner Innenstadt besprochen. Wir haben euer Feedback eingeholt und dabei so viel mitgenommen. Kurzum: Wir haben das Beste unserer Stadtführungen mit den besten kulinarischen Stationen kombiniert und dürfen jetzt unsere neue Tour präsentieren und nennen sie ganz einfach: „Unsere Allerbeste“.Hier geht's zur Anmeldung